Auswahl Kernbestand

„Ich werte Dinge“

(Kurt Schwitters)

Vor aller Schulung steht die qualitative und quantitative Einordnung des künstlerischen Gesamtoeuvres. Die Eingaben in unsere Werkdatenbank sollen keine vollständigen Werkverzeichnisse der vertretenen Künstler:innen darstellen, sondern stellen eine Auswahl dar. Im besten Fall stellen Sie die künstlerische Entwicklung und die Wertigkeit der enthaltenen künstlerischen Positionen dar. Folglich ist eine Wertung der künstlerischen Positionen unumgänglich.

Künstler:innen sind die Expert:innen für ihr eigenes Werk. Dennoch ist es am Ende einer beruflichen Laufbahn nicht so einfach sich mit der eigenen künstlerischen Lebensleistung zu konfrontieren, zu bilanzieren und zu bewerten.

Die Aufbereitung des eigenen Werks für die Eingabe in die Werkdatenbank ist ein guter Anlass sich über sein Schaffen grundsätzliche Gedanken zu machen. Das Ergebnis sollte einen Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess und die Kontextualisierung des eigenen Werks schaffen.

Für die Datenerfassung der Schulungsphase bis zur möglichen Erstveröffentlichung ihres Werks in der Datenbank „Kunst Vor- & Nachlässe München“ sollten Sie 50 Werke ausgewählt haben (10 werden Sie im Laufe der Schulung erfassen, den Rest als Hausaufgabe bis zur Veröffentlichung hinzufügen), die für Ihr künstlerisches Schaffen prägend sind. Sie können in Folge weitere Werke selbst vorbereiten und an den regelmäßig stattfindenden Launch-Dates online stellen lassen.  

Bilden Sie Werkgruppen Ihrer Positionen (Malerei, Plastiken/Skulpturen/, Arbeiten auf Papier, digitale Kunst …). Das Sichten und Ordnen des eigenen Werkes ermöglicht es, einen Überblick über Struktur und Bestandteile zu gewinnen. Dies ist notwendig, um sich eine Meinung über dessen Qualität zu bilden und die bedeutendsten Werke zu identifizieren. Deshalb ist es sinnvoll, die Werke in Kategorien einzuteilen.

Die Kategorie A ist hier der Kernbestand. Dieser umfasst die herausragendsten Arbeiten. Sie können aus allen Schaffensperioden stammen und umfassen gewöhnlich die häufig in Ausstellungen waren, in Museen und Sammlungen hängen. Zu dieser Gruppe gehören auch Arbeiten, die aus kultureller oder historischer Sicht von Interesse sind. Für diesen Bestand wird von Experten ein Anteil von 1% bis 10% des gesamten Œuvres angesetzt (siehe SIK-ISEA: Buchempfehlungen). Die Werkdatenbank bietet ein Feld zur Erfassung eines Werks für den Kernbestand an.

Die Kategorie B umfasst Werke von guter Qualität, die das „Markenzeichen“ des Œuvres verkörpern. Diese Werke sind ebenfalls als erhaltenswert einzustufen und stammen oft aus der aktvivsten und wichtigsten Schaffensperiode. Für den Umfang des Bestands im Rahmen der Schulung ist sicherlich eine Konzentration auf den Kernbestand erstrebenswert.